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TUI Service Akademie Aktuelles

640 Freundlicheit

… sagt der Volksmund. Aber plädiert die TUI-Service-Akademie nicht immer für Freundlichkeit? Die Antwort auf diese Frage könnte von Radio Eriwan stammen: „Im Prinzip ja, aber …“, Freundlichkeit hat ihre Grenzen! Nämlich da, wo sie eine falsche Nähe vorgaukelt. Also dann, wenn ein Kunde, Patient oder Angehöriger sich grenzwertig benimmt. Oder wenn das Klinikpersonal selbst an seine Grenzen stößt, wenn der Stress überhandnimmt, wenn echte Zuwendung einfach nicht mehr geht. Also dann, wenn die Luft knistert, weil die Situation eskaliert ist.

In diesen Situationen greift Höflichkeit. Denn Höflichkeit schafft eine respektvolle, professionelle Distanz. Sie wirkt in der Regel auf denjenigen, der sich danebenbenommen hat. Er spürt: "Oh, das war nicht in Ordnung von mir. Und eigentlich bin ich ja auch ganz anders." In den meisten Fällen kehrt derjenige wieder auf den Pfad der Höflichkeit zurück. Ein angemessenes Miteinander und eine gemeinsame Lösungssuche werden möglich - dann ist Höflichkeit die Rettung.

Höflichkeit ist eine Zier, für den, der sich höflich verhält. Nach dem Philosophen Schopenhauer hat die Höflicheit den Zweck, die Vorzüge eines anderen Menschen indirekt zur Erscheinung zu bringen oder ihn zu schonen, wenn er vielleicht nicht vorzüglich sein will. Höflichkeit greift also dort, wo ein Gegenüber den Pfad des angenehmen sozialen Miteinanders verlässt. Dann ist ihm gegenüber Schonung, Entlastung oder gar eine „souveräne Güte“ notwendig. Und diese ist, so sagt der Moralist Joseph Joubert, für den Menschen der schönste Schmuck.

Gibt es eine schönere Belohnung für die eigene Höflichkeit?